2013.06.07 - BI - Melzdorf feiert 3-jähriges bestehen der Initiative und hat Intessantes über die Agro-Methangasanlage zu berichten!

Unsere Bürgerinitiative wurde am 27.05.2010 gegründet und wehrt sich seid 3 Jahren gegen den nicht hinnehmbaren Standort der Agromethangasfabrik (landläufig auch als Biogas-Anlage bekannt) in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung. Die vielfältigen Gründe die gegen diesen Standort und gegen solche Anlagen im allgemeinen Sprechen könnt ihr auf unserer Seite ausgiebig nachlesen.

Leider wurde die Agro-Methangas-Anlage auf eigenes Risiko und ohne rechtswirksame Genehmigung von der angehenden Betreiberin der „Bioenergie Bug GbR“ nach Auffassung der BI ohne Rücksicht auf die Anwohner in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung gebaut.

Damit ihr euch mal ein Bild der Anlage aus einem anderen Blickwinkel machen könnt, haben wir für euch unser Dorf von Richtung Werthesberg also aus Richtung Steinhaus fotografiert.

Ansicht Melzdorf aus Richtung Steinhaus (Werthesberg) - Agro-Methangasfabrik - Bioenergie-Bug-GbR

Man sieht, das der typische Dorfcharakter nicht mehr vorhanden ist. Von Dorfidylle kann man schon gar nicht mehr reden. Das Dorf wirkt wie eine Tagelöhnersiedlung einer Gasfabrik. Das ist nach unserer Ansicht nicht hinnehmbar!

Doch das alles ist kein Grund das 3-jährige Jubiläum im kleinen Vorstandkreis nicht zu feiern, den man muss auch mal auf andere Gedanken kommen und Spaß haben. Außerdem hat jede schlechte Seite auch immer eine gute. Durch diese nach Auffassung der BI rücksichtslose Vorgehensweise der angehenden Betreiberin hat sich eine Gruppe von Leuten zusammengefunden, die auch bereit ist einen steinigen Weg gemeinsam bis zum Ende zu gehen. Das ist in der heutigen Zeit bei der die meisten nur ihren eigenen Vorteil sehen oder immer den leichtesten Weg gehen in keinster Weise selbstverständlich.

Insbesondere auch deshalb, weil keinerlei Unterstützung durch die Gemeindevertretung unter Vorsitz von Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen und dem Ortsvorsteher Matthias Balzer den Bürgern von Melzdorf zu teil wurde und wird. Es wurde nach Kenntnisstand der BI lieber das private Interesse eines einzelnen Parteimitglieds unterstützt, als dass der Bürger von Melzdorf. Aussagen und gemachte Absprachen wurden nicht eingehalten oder gar verleugnet. Da fühlt man sich in Melzdorf wie ein Bürger nicht zweiter sondern 3.Klasse. Dies wird nochmal verstärkt durch das Verhalten der Gemeinde zum Thema Windkraft. Aber hierzu ist gerade ein ausführlicher Artikel in Vorbereitung, der aufzeigt wie diese Gemeindevertretung nach unserer Ansicht agiert.

Um 19:00 am 07.06.2013 wurde sich am Kapellenweg zum Vorstandsgrillen bezüglich des 3-jährigen Jubiläums getroffen.

Als Bestandteil des abendlichen Programmes war eine Begehung der Agromethangasanlage geplant. Also wurde der Grill schon mal angesteckt. Ein Freiwilliger der während der Begehung auf den Grill aufpasst und schon mal die Würste und Steaks auflegt wurde schnell gefunden.
Und just als man noch im Gespräch war, rauschte der angehende Betreiber auf dessen Hof die Gasfabrik steht mit seinem Traktor und Gerät an uns vorbei und fuhr in Richtung der Ackerflächen davon.

Keine 10 Minuten später bogen wir dann bei lebhafter Unterhaltung in den Wirtschaftsweg ein, der direkt mitten durch die Agro-Methangas Anlage führt. Nachfolgend sehen Sie den Blick auf den Weg und die Anlage, so wie er sich uns an diesem Abend bot.

Ansicht Wirtschaftsweg vom Kapellenweg aus.

Man sieht natürlich erst einmal, dass es vom Wetter her ein schöner Abend ist. Aber man sieht auch wie nah die Anlage und auch die Siloanlage am öffentlichen Wirtschaftsweg stehen und dass hier keinerlei Absicherung der Explosionschutzbereiche gegeben ist.

Wir gingen also den Weg entlang und erreichten in Kürze die Biogas-Anlage. Wir wollen vorab nochmal hier kurz darauf hinweisen, dass die Anlage aktuell nicht in Betrieb genommen werden darf. Aber nach Angabe des Herstellers Ökobit GmbH aus technsicher Sicht funktionsfähig ist.

Nachfolgend der Blick direkt auf das Gebäude in dem das Blockheizkraftwerk steht. Wir waren echt überrascht was wir da sahen, da wir ja wussten das der Betreiber nicht mal auf seinem Hof war und weit und breit niemand zu sehen war.

Offenes und ungesichertes BHKW Gebäude der Bug Bioenergie GbR

Man sieht ein komplett offenes und ungesichertes Blockheizkraftwerk-Gebäude (inkl. BHKW) direkt an einem öffentlichen Wirtschaftsweg. Hinzu kommen die einfach stehengelassenen Leitern. Dies zeugt nach Ansicht der Bürgerinitiative nicht von Veranwortungsbewußtsein und untermauert die Bedenken gegen die angehenden Betreiber. Wie dass ganze aus versicherungstechnischer Sicht zu bewerten ist können wir natürlich nur raten, aber nur fährlässig ist das nach unserer Ansicht nicht mehr.

Die Begehung ging gleich weiter. Und unser Blick viel auf die Siloanlage. Es bot sich uns folgende Ansicht:

Ausschnitt Siloanglage Bug GbR

Wenn man sich das Silo mal anschaut, dann sieht man erst einmal von weitem ein abgedecktes Silo, bei dem im Vordergrund Baureststoffe gelagert werden. Nimmt man jetzt aber die Auflagen die für den Betrieb erfüllt werden müssen dazu, sieht das ganze ganz anders an.

In der Genehmigung steht als Auflage: "Die Fahrsiloanlage ist mit Absturzsicherungen gegen Personenabsturz auszurüsten." Diese gibt es aber nicht!

Schaut man sich die Siloanlage nochmal etwas näher an dann sieht man folgendes:

Kaputte Siloabdeckung ohne Vogelschutzabdeckung

Man sieht eine Plane mit ersten Löchern. Auch diese Plane entspricht in keinster Weise den Auflagen in der Genehmigung. In der Genehmigung steht:

Die Silage in den Fahrsilos ist durch geeignete Abdeckungen geruchsdicht abzudecken. Dabei ist auf eine geeignete Fixierung zu achten und es sind geeignete Maßnahmen gegen Zerstörung (z.B. Vogelschutznetze gegen Krähen) zu treffen.

Die Unversertheit der Abdeckung ist täglich zu überprüfen, schadhafte Stellen sind unverzüglich auszubessern. Überprüfung und Schadstellenbeseitigung sind im Betreibstagebuch nach Nebenbestimmung
1.9 zu dokumentieren.

Richtet man den Blick jetzt mal auf den Weg den wir die ganze Zeit entlang gegangen sind, so fallen mehrere Pfützen auf die sich im Kies gebildet haben. Wie diese aussehen seht ihr gleich nachfolgend.

Verschmutzung Wirtschaftsweg der Biogasanlage in Melzdorf

Es sieht so aus als ob die Siloanlage nicht wirklich dicht ist. Aber das steht wieder auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall hätte man diese Verschmutzung sofort beseitigen müssen, dies ist nicht geschehen. In den Auflagen steht nämlich:

Verschmutzungen im Umfeld der Anlage, insbesondere im Bereich der Fahrsiloanlagen, der Fahrwege, dem Feststoffeintrag und des Gärrestumschlages sind unverzüglich zu beseitigen.

Wenn man bedenkt, dass die Anlage nicht mal in Betrieb ist und jetzt schon einfache Auflagen nicht erfüllt werden, kann man in keisnter Weise glauben, dass irgendwelche Auflagen im Betrieb eingehalten werden. Reine Angst übekommt einem, wenn man  u.a. an den Explosionschutz, Filterung des krebserregenden Formaldehyds etc.. denkt.

Nachdem wir das gesehene ein bisschen verdaut hatten, ging es wieder zurück an den Kapellenweg, wo der Grill gerade die richtige Hitze entwickelt hatte. Schnell wurden Steaks und Würstchen aufgelegt. Trotz der gerade erlebten Begehung der Agro-Methangsanlage konnten wir schnell abschalten und bei lecker Bier, Ouzo, Kaffeelikör, Wein und Wasser verging der Abend wie im Fluge..........