Gefahrenstoffe: Endotoxine und Feinstaub




  Gefahrenstoff Endotoxine

 
      /Feinstaub. Wir versuchen zu erklären!
 

Mögliche Erkrankungen durch Endotoxine: Endotoxine sind u.a. verantwortlich für Atemwegserkrankungen, Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Bronchitis, Entzündungen der Atemwege und Fieber.

Was sind Endotoxine: Definition aus Wikipedia:

Endotoxine sind Bestandteil der äußeren Zellmembran (OM = outer membrane) von gramnegativen Bakterien oder Cyanobakterien. Chemisch sind es Lipopolysaccharide (LPS), die aus einem hydrophilen Polysaccharid- und einem lipophilen Lipidanteil aufgebaut sind. Im Gegensatz zu den Bakterien, aus denen sie stammen, sind Endotoxine sehr hitzestabil und überstehen sogar die Sterilisation.

Etwas allgemeiner und einfacher: Endotoxine sind eine Klasse biochemischer Stoffe. Sie sind Zerfallsprodukte von Bakterien, die im Menschen zahlreiche physiologische Reaktionen auslösen können.

Die Entstehung von Endotoxine wollen wir euch anhand einer Schweinezucht mal kurz erklären (Quelle: Gesundheitsamt Baden Württemberg):

"Auszug:"....Stallstäube bestehen aus einer Vielzahl belebter und unbelebter Substanzen.
Es handelt sich dabei um Futtermittelbestandteile, Fäkalien, Urin, Tierepithelien, Schimmelpilze, Pollen, Milben, Endotoxine, Ammoniak und Infektionsereger (Bakterien, Pilze, Viren). Wegen der besonderen gesundheitlichen Bedeutung für die Atemwege der Landwirte gilt im folgenden das Augenmerk den bakteriellen Bestandteilen des Stallstaubes, den dort vorkommenden Endotoxinen, den wichtigsten Berufsallergenen und den Gasen...."

Auszug:"...Endotoxine sind Bestandteile der Zellwand gramnegativer Bakterien. Zerfallen gramnegative Bakterien beim Austrocknen des Materials, so werden hochmolekulare Komplexe aus einer Polysaccharid-, einer Protein- und einer Lipidkomponente frei. Bei diesen sog. Endotoxinen handelt es sich um biologisch hochaktive Verbindungen. Endotoxine sind in Schweineställen praktisch immer nachweisbar, meistens im Bereich von 50 bis 200 ng/m³ mit Höchstwerten von 2000 ng/m³. Darüber hinaus können noch eine Reihe anderer biologisch sehr wirksamer Substanzen - wie Glucane, Glykane und Mykotoxine - auftreten....."

Ähnlich verhält es sich bei der Massentierhaltung im Bereich der Geflügelmast. Hier ist ja in den letzten Monaten vieles durch die Presse gegangen. Eine niederländische Studie hat sich damit beschäftigt. Den Artikel hierzu könnt Ihr hier lesen: Geht von Agrarfabriken ein Gesundheitsrisiko aus?

Hierbei wurde auch die Umgebungsluft der Agrarfabriken untersucht. Auszug:  Außerdem wurde die Luft in 500 bis 1.000 Meter Entfernung rund um die Ställe beprobt. Im Ergebnis wurden deutlich höhere Konzentrationen von Feinstaub in der Nähe von Intensivtierhaltungen von Geflügel, Schweinen und auch Ziegen festgestellt, ebenso erhöhte Werte von Endotoxinen und von viehspezifischen MRSA-Bakterien in einem Radius von 1.000 Metern. Vor allem in der Nähe von Geflügelställen könnten diese Endotoxine laut Studie zu Beeinträchtigungen der Atmungsorgane führen...."

Unser Fazit zum Thema Endotoxine:

Eine Methangasfabrik (Biogas - Anlage), ist keine Agrarfabrik (u.a. Hähnchenmastanlage).

Aber:

  • In der Biogasanlage werden die Reststoffe aus der Tierhaltung (wie oben beschrieben) vergärt.
  • Welche Gärsubstrate in der Biogasanlage verarbeitet werden dürfen ist zwar in der Genehmigung der Anlage aufgeführt. Diese können aber jederzeit geändert werden. Von Seiten der Genehmigungsbehörde werden hierzu keine Kontrollen durchgeführt.
  • Endotoxine sind hitzebeständig. Eine mesophile Biogasanlage wird mit einer Fermentertemperatur von 30°C bis 40°C betrieben. Das hat also keinen Einfluss auf die Endotoxine.
  • Die Gärreste (inkl. der evtl. enthaltenen Endotoxinen) werden u.a. auch in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung ausgebracht.

Was wir noch gar nicht näher betrachtet haben ist die ganze Feinstaubproblematik. Das werden wir aber bei Gelegenheit auch noch nachholen.