Explosionsgefahr durch Biogasanlagen!




  
Explosionsgefahr von BGA's
 
      Warum Biogasanlagen explodieren können!
 

Nach unserem Kenntnisstand ist eine Explosionsgefahr gegeben und hängt nach unserem Wissenstand von den folgenden Faktoren ab.

  1. Die Biogasanlage selbst - d.h. wie zuverlässig sind die Anlagen?
  2. Der Anlagenbetrieb - wie wird die Anlage geführt?
  3. Die Anlagenwartung - wer führt das durch?
  4. Welche explosiven Stoffe entstehen beim Betrieb (Gärprozess) der Anlage?

1.) Die Biogasanlage selbst - d.h. wie zuverlässig sind die Anlagen?

a.) Die Kommission für Anlagensicherheit (KAS) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat im Juni 2009 bei der Mehrzahl (ca.80%) aller nach §29a BImSchG geprüften Biogasanlagen bedeutsame Mängel festgestellt. Die häufigsten Schwachpunkte lagen im Bereich Gasexplosionsschutz und Auslegung der Komponenten. Das Merkblatt kann man sich hier herunterladen.

Wenn eine Anlage dann erst einmal in Betrieb ist, gibt es keine Regeln wie man Sie z.B. beim Auto kennt. Gemeint ist natürlich der TÜV im Normalfall alle 2 Jahre. Bei solch einer komplexen Biogas - Anlage sind nach unserem Kenntnisstand alleine die Betreiber für den Zustand der Anlage verantwortlich. Natürlich dann auch in der Haftung. Das können wir so nicht verstehen und fordern auch einen TÜV für Biogasanlagen, der sicher im Sinne (Betreiber, Anwohner und Umwelt) wäre.

b.) Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) teilt in ihrer Broschüre "Biogas Basisdaten Deutschland" (Stand: Juni 2010) mit: Pro Jahr ist durchschnittlich mit 1,2 Störfällen je 10 kWel zu rechnen. Das bedeutet für eine Anlage mit 500 kWel immerhin 60 Störfälle. Hoch gerechnet auf die in Deutschland installierte Leistung von  etwa 2.300 MW kommt es in Deutschland geschätzt alle 2 Minuten zu einem Störfall.

2.) Der Anlagenbetrieb - wie wird die Anlage geführt?

Problematisch sehen wir auch den Betrieb einer solchen Anlage.

Für denjenigen, der solch eine Biogasanlage führt und betreibt gibt es keine Vorschriften in Bezug einer fundierten Ausbildung. D.H. im Normalfall bekommen die Betreiber eine kurze Einweisung (Schulung) durch den Anlagenhersteller und dürfen die Anlage dann in Betrieb nehmen. Eine sehr komplexe Anlage mit sehr hohem Gefährdungspotential für Umwelt und Mensch.

Um das nochmal klar zustellen: Es ist also keinerlei verpflichtende Ausbildung notwendig, wie das z.B. bei einem Maschinenführer in einem Produktionsbetrieb üblich ist. Auch gibt es hier keinen Führerschein den man machen muss, wie man Ihn etwa zum Fahren eines Traktors oder Autos benötigt.

Dies fördert nicht gerade das Vertrauen in solche Biogas-Anlagen, wenn es möglich ist, diese ohne Fachwissen und Ausbildung zu betreiben.

In die gleiche Richtung geht auch ein aktueller Bericht im Spiegel vom 16.07.2012 mit dem Titel „Die Bauernopfer“. Zitat:“….Gärtanks explodieren, Gülle oder Gärreste laufen aus und vergiften Bäche – fast wöchentlich havarieren Biogas-Anlagen. Schuld sind Schlamperei und Unwissen der Landwirte…“

Hier wird auch auf dieses Thema eingegangen. Fazit auch hier: Eine Führerschein muss her.

3.) Die Anlagenwartung - wer führt das durch?

Bei der Anlagenwartung gilt nach unserem Kenntnisstand das Gleiche wie beim Betrieb der Biogas - Anlage. Hinzu kommt, dass Wartungsarbeiten (Schweißarbeiten etc..) meist bei laufenden Prozessen erfolgen. Dies ist dann besonders gefährlich. Die Praxis hat gezeigt, dass gerade auch Fehler bei den Wartungsarbeiten zu schweren Unfällen und Explosionen geführt hat.

4.) Welche explosiven Stoffe entstehen beim Betrieb (Gärprozess) der Anlage?

In einer Biogasanlage wird ja bekanntlich Methangas erzeugt, dass dann meistens in einem Blockheizkraftwerk verbrannt wird um so elektrischen Strom zu erzeugen.

Das Methangas, das in einer Biogas-Anlage entsteht hat in etwa folgende Zusammensetzung:
Der Methananteil im Biogas liegt je nach Einsatzstoff bei 40 bis 75%. Der Rest sind Kohlendioxid 25-55%, Schwefelwasserstoff 50-5000ppm, Ammoniak 0-1%, Wasserdampf 0-10%, Stickstoff 0-5%, Sauerstoff 0-2%, Wasserstoff 0-1%.

Vor allem sind in Bezug auf die Explosionsgefahr 2 Inhaltsstoffe als sehr kritisch anzusehen. Nämlich Methan und Schwefelwasserstoff.

Gefahrenstoff - Methan:

Kurze Exkursion:

In Bergwerken kommt Methan bekanntlicherweise ja natürlich vor. Es ist hochentzündlich und immer wieder Ursache für sog. Schlagwetterexplosionen.

 Schlagwetter oder schlagende Wetter sind Begriffe aus der Bergmannssprache. Sie bezeichnen im Kohlebergbau, jedoch auch im Salz- und Erzbergbau, unter Tage austretendes Grubengas (Methangas), welches, mit Luft gemischt, explosiv reagiert (Schlagwetterexplosion). Als Wetter bezeichnet der Bergmann die Gesamtheit der in einem Bergwerk befindlichen Luft. Quelle: Wikipedia

Die Methanerzeugung in einer Biogasanlage erfolgt unter Luftausschluss. Gelangt nun das Gas an die Luft kann es zu einer Explosion kommen. Ein explosives Gas-Luftgemisch liegt dann vor, wenn die Konzentration von Methan in der Luft zwischen 4,4 - 16,5 Volumen %  beträgt. Kommt jetzt noch eine Zündquelle (z.B. Flamme, Zigarette etc.) dazu kommt es zur Explosion. In der geplanten Biogasanlage können laut Antragsunterlagen bis zu 4.045 Kg Biogas gespeichert werden.

Wir sehen aufgrund der oben aufgeführten Randbedingungen (Zuverlässigkeit und Sicherheit der Anlage, Betrieb der Anlage) durchaus eine realistische Explosionsgefahr gegeben.

Gefahrenstoff - Schwefelwasserstoff:

Schwefelwasserstoff ist ein brennbares übel riechendes hoch giftiges Gas.

Der Schwefelwasserstoff (H2S) entsteht bei Biogasanlagen innerhalb des Vergärungs-Prozesses im Fermenter. Verhindern kann man die Entstehung nicht, da die Bedingungen für die Entstehung von Methangas gleichzeitig auch die Bedingungen sind, damit aus Schwefel Schwefelwasserstoff entsteht.

 Je nach Substrat ist die Konzentration von Schwefel unterschiedlich hoch und damit auch die daraus resultierende Schwefelwasserstoffkonzentration im Biogas. Sie liegt etwa zwischen 50 mg/m³ und 30 000 mg/m³. Silomais hat z.B. einen Schwefelgehalt von 800 mg S/kg. Gras hat einen geringen Schwefelgehalt von 100 mg S/kg. Der Schwefelgehalt von Hühnerkot oder auch von Schlachtabfällen ist um ein vielfaches höher. Da die Zusammensetzung des Hühnerkots oder auch der Schlachtfälle (im Eiweiß der Fleisches ist viel Schwefel enthalten) unterschiedlich ist, können wir hier keine fixen Werte nennen. (Quelle: www.h-2-s.de).

Nachfolgend einige Substrate mit einer Einteilung nach dem Schwefelgehalt

Substrate mit niedrigem Schwefelgehalt: Klee, Gras, Weizen, Bier, Molke, Kartoffeln, etc

Substrate mit mittlerem Schwefelgehalt: Silomais, Zwiebeln, Stallmist, Gülle, Reis, etc.

Substrate mit hohem Schwefelgehalt: Schlachtabfälle, Darmabfälle z.B. Hühnerkot, Proteinabfälle, Fisch, Hefe etc. (Quelle: www.h-2-s.de).

Die EU Seveso II Richtlinie und die für deren Umsetzung zuständige “Störfallkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit” hat konkrete Abstandsempfehlungen von Biogasanlagen zu Wohngebieten und wichtigen Verkehrswegen aufgrund der in diesen Anlagen entstehenden gefährlichen Schwefelwasserstoffverbindungen herausgegeben.

"Zum Schutz von Anwohnern empfiehlt die Störfall-Kommission für Anlagen, in denen sich mehr als 2 KG des hochgiftigen Gases Schwefelwasserstoff (H2S) befinden, einen Abstand von mindestens 800 Metern zu allen Gebieten, in denen Menschen wohnen, zu halten.

Mögliche Mengen an Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen. Laut einer Studie der Bürgerinitiative Lohne (Quelle:www.lohne-wehrt-sich.de) enthält eine 1,5 MW Biogas-Anlage im Normalbetrieb zwischen 4 und 19 Kg Schwefelwasserstoff. Also gerundet eine bis zu 10 mal höhere Menge als die von der Störfallkommission angegebene Obergrenze von 2kg.

Die genehmigte Anlage in Melzdorf hat aktuell eine Größe von ca. 400 KW. Letztes Jahr waren es noch geplante 220KW.

Überschlägt man die Werte einfach mal, so scheint es, dass auch bei einer 400KW-Anlage 2KG Schwefelwasserstoff kein unrealistischer Wert ist.

Auch die Aussage, das lediglich Mais, GPS - Ganzpflanzensilage (Getreide) und Rindergülle in der Anlage vergoren werden ist zu hinterfragen. Eine Prüfung oder Kontrolle findet laut Aussage des Regierungspräsidium Kassel nicht statt. Es kann jederzeit eine Änderung der Inputstoffe erfolgen, die Bürger hätten bei derarten betrieblichen Änderungen kein Recht auf Einflussnahme. Gründe für eine Änderung der Inputtstoffe sind z.B. Änderungen der Rohstoffpreise. Kappung von Förderungen. Ansiedlung von Massentierhaltungen (man hat hier ja mal von einer geplanten Putenmastanlage zwischen Traisbach und Allmus gesprochen). Nicht berücksichtigt sind die Schlachtabfälle aus der Hofschlachtung etc..

Nachfolgend haben wir euch mal die 800m eingezeichnet. Damit Ihr mal ein Gefühl für die Entfernungen bekommt.