Monokulturen durch Biogasanlagen




  
Monokulturen durch BGA's?
 
       Was ist das und welche Auswirkungen haben diese!?  

Quelle siehe Ende Artikel!

Gülle ist out und Mais ist in!

 Denn: Mais erbringt den größten Methanertrag, somit die größte Stromausbeute und damit den höchsten Gewinn. Deshalb wird in der Praxis fast nur Mais zur Biogaserzeugung verwendet, entgegen stets wiederholten Aussagen von Interessenvertretern, Medien und Behördenvertretern. Andere Rohstoffe spielen allenfalls in der Forschung eine Rolle. Das Problem mit den enormen Güllemengen bleibt bestehen! Einige besorgniserregende Fakten: In Niedersachsen läuft bereits ein Großteil der Anlagen ohne Gülle. Auf Stilllegungsflächen wird Mais für Biogasanlagen angebaut! Angeblich verhindern Cross Compliance, Fruchtfolge und die 'gute fachliche Praxis' dauerhafte Monokulturen. Im Landkreis Rotenburg (Wümme) wird auf über 40 Prozent, im Landkreis Bentheim auf bereits 50 Prozent der Ackerflächen Mais angebaut, also heute schon reine Monokulturen. Eine 500 KW-Anlage erfordert 250 Hektar Mais.

'Klotzen statt Kleckern'

 Die Anlagen werden immer größer. Investorengesellschaften und Fonds haben den Markt entdeckt, schnelle Amortisation und höchstmöglicher Profit bestimmen die Praxis. Kleinanlagen als weiteres Standbein für die Landwirte und als mögliche Exportschlager sind überholt. Dauerhafte Monokulturen – Mais für Biogasanlagen und Raps zur Kraftstoffgewinnung – so sieht derzeit die Praxis aus, mit all ihren negativen Folgen für Natur und Umwelt.

Ohne Änderung der Förderrichtlinien steht uns in Deutschland für das Jahr 2030 eine Horrorvision von je vier Millionen Hektar Mais- und Rapsmonokulturen bevor bei insgesamt 11,7 Millionen Hektar Ackerfläche. Artensterben, der Verlust von Biodiversität und die Vernichtung ganzer Ökosysteme sind die Folgen.

 'Landschaftserleben' findet dann in Maiswäldern von acht bis neun Meter hohem Supermais statt. Maiszüchtungen südamerikanischer Sorten erreichen in Deutschland aufgrund längerer Vegetationszeiten bereits heute eine Höhe von 5,50 Meter. Die Hemmschwelle, genveränderte Sorten anzubauen, fällt bei der Verwertung von Mais in Biogasanlagen.

 Die große Masse der bei der Biogaserzeugung anfallenden Wärme geht zudem einfach in die Luft. Eine zusätzliche Vergütung von 2 Cent je anfallender Kilowattstunde fördert deren Nutzung. Dies wird aber vielfach nicht umgesetzt mit den Folgen: Verschwendung, Belastung des Klimas sowie betriebswirtschaftlich bedenklich.

 Der massenhafte Anbau von Mais und Raps als Biomasse zur Energieerzeugung verdrängt bald auch die letzte Stilllegungsfläche. Das führt zu der Frage, wo bleiben die für die Natur so wichtigen Brachflächen? Intensiver Maisanbau bedeutet Flächenkonkurrenz und treibt die Pachtpreise in die Höhe, im Landkreis Bentheim werden bereits 850 Euro pro Hektar gezahlt. Und: Die heimische Lebensmittelproduktion wird verdrängt. Übrigens: Gülle verbraucht keine Flächen!

 Die Anbaufläche von Mais in Deutschland liegt bei über 2 Millionen Hektar – eine Verdreißigfachung in den letzten 50 Jahren. Ein wahres Schlaraffenland für Wildschweingroßfamilien!! Folgen sind erhebliche Schäden durch Verwüstungen auf den Anbauflächen und in angrenzenden Bereichen, zudem die große Gefahr von Seuchenzügen der Schweinepest und vermehrte Wildunfälle.

 Energie aus Biomasse ist grundsätzlich eine faszinierende Idee, aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht. Aber: Gut gemeint ist längst nicht gut gemacht! Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhalten, darf eine an sich gute Sache nicht dermaßen pervertiert werden.

Quelle: Terra Human - Verlag Horst Müller.

http://www.terra-human.de/journal/web_entry.php?id=262

Auszug aus Artikel