Novellierung der Düngeverordnung muss zeitnah umgesetzt werden!




  Novellierung -
Düngeverordnung!
 
      Wir erklären warum diese umgehend notwendig ist!
 
  Einleitung:
 
 


In Deutschland werden ca. 75 % des Trinkwassers aus dem Grundwasser erzeugt. Damit ist das Grundwasser die wichtigste Quelle zur Erzeugung unseres Trinkwassers.

Das Trinkwasser ist in Deutschland das am
intensivsten kontrollierte Lebensmittel. Es ist ja auch das wichtigste und ein nicht ersetzbares Lebensmittel dazu, wenn man bedenkt, dass man nur etwa 4 Tage ohne Wasser überleben kann.

Die Grenzwerte für Trinkwasser werden in der Trinkwasserverordnung geregelt. Für die Einhaltung der Grenzwerte bis zum Ende der Hausanschlussleitung sind die Wasserversorgungsunternehmen verantwortlich. Für den weiteren Weg bis zum Wasserhahn, also für die Hausinstallation ist in der Regel der Eigentümer des Hauses verantwortlich. Das nur mal so am Rande zur Information.

Bereits seid einiger Zeit schlagen Wasserversorgungsunternehmen in ganz Deutschland "Alarm", weil Sie sich um die Trinkwasserqualität enorme Sorgen machen. Vor allem die steigenden Nitratwerte im Grundwasser bereiten kopfzerbrechen. Die Wasserversorgungsunternehmen befürchten, sollte sich der Trend fortsetzen, sind die Grenzwerte im Trinkwasser bald nicht mehr einzuhalten. Das wäre für uns "Alle" katastrophal. Deshalb werden wir uns hier im folgenden den Sachverhalt mal näher ansehen.

Insbesondere wollen wir dazu versuchen folgende Fragen zu beantworten:

  • Was ist Nitrat und wozu wird es benötigt?
  • Wie ist der aktuelle Sachstand und die aktuelle Nitratbelastung?
  • Was ist die Düngeverordnung und was sind die Eckpunkte?
  • Welche Punkte werden in der aktuell geltenden Düngeverordnung nicht berücksichtigt?
  • Was haben Biogasanlagen damit zu tun?
  • Wie sieht die aktuelle Ausbringungspraxis der Gärreste bei der Biogasanlage in Melzdorf aus?
  • Wie kann ich den Nitratgehalt meines Trinkwassers oder den eines örtlichen Gewässers erfahren?
  • Was kann ich tun wenn der Nitratgehalt meines Trinkwassers zu hoch ist?
  • Was kann der Wasserversorger tun, wenn das Wasser eine zu hohe Nitratbelastung aufweist?
  • Wie würden sich die Nitratwerte ändern, wenn ab sofort kein Nitrat mehr ins Grundwasser gelangt?
  • Welche gesundheitlichen Folgen haben zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser?
  • Wie sieht das die Bundesregierung bzw. das zuständige Amt?
  • Wie sieht der aktuelle Entwurf für eine Novellierung aus?
  • Welche Gruppierungen wehren sich gegen die Eckpunkte der geplanten Novellierung?
  • Was fordern die Umweltverbände?
  • Unser Fazit!
 
  Was ist Nitrat und wozu wird es benötigt?  
 


Nitrat besteht aus Stickstoff und Sauerstoff (NO3). Nitrat ist ein Stoff der im Boden (Erdreich) natürlich vorkommt. Pflanzen nehmen das Nitrat durch die Wurzeln auf und verwerten den Stickstoff für Stoffwechsel und Aufbau von Eiweiß.

Überschüssiges Nitrat wird in der Pflanze gespeichert. Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche große Nitratspeichermöglichkeiten. Also Nutzen Pflanzen das Nitrat als Nährstoff. Sind nicht genug Nährstoffe im Boden, werden diese durch meist nitrathaltigen Dünger dem Boden zugeführt. Gedüngt wird in der Landwirtschaft und auf kommunaler Ebene z.B. in Kleingärten.


Die in der Landwirtschaft erzeugte Gülle enthält ebenfalls Nitrat und wird ja wie allseits bekannt als Dünger genutzt. Und hier kommen wir jetzt zum Problem. Wird mehr Dünger auf den Boden aufgebracht, als die Pflanzen benötigen, bzw. Speichern können, gelangt das überflüssige Nitrat mit dem Regenwasser in Flüsse, Bäche und Seen und dann ins Grundwasser. Verschärft wird die ganze Problematik noch durch die gute Wasserlöslichkeit von Nitrat.

 
  Wie ist der aktuelle Sachstand und die aktuelle Nitratbelastung?  
 


Die Wasserversorger weisen daraufhin, dass die Nitratwerte im Grundwasser bereits seit über 6 Jahren kontinuierlich steigen und die am schlimmsten betroffenen Gebiete, die Gebiete sind an denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Hinzu kommen die enormen Mengen an Gärresten aus Biogasanlagen aufgrund des EEG. Aber dazu später mehr. Aufgrund der aktuellen gesetzlichen Situation wird gedüngt was die Betriebe hergeben. Man kann messen, an welchen Orten eine Überdüngung erfolgt ist, aber nicht wer Sie verursacht hat.

Aktuell haben wir folgende Zahlen gefunden:

  • Über die Hälfte der Grundwasservorkommen in Deutschland weist zu hohe Nitratwerte auf.1
  • In einem Viertel der Grundwasserkörper wird der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter und damit der Grenzwert für Trinkwasser überschritten.1
  • Allein in Niedersachsen sind rund 60% des Grundwassers mit zu hohen Nitratwerten belastet.2
  • Die Überdüngung verursacht Kosten von ca. 25 Millionen Euro pro Jahr die nicht durch die Verursacher getragen werden, sondern die durch die Allgemeinheit, also von uns gezahlt werden muss.1
  • Aus dem neuesten Bericht der EU-Kommission geht hervor, dass Deutschland im europäischen Vergleich an der Spitze steht, was die Nitratkonzentration im Grundwasser angeht.2

Quellen:

1 Eckpunkte zum Wasserschutz anlässlich der Novelle der Düngeverordnung vorgelegt von BUND, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU, WWF (23.10.2014).
2WISO - Hohe Nitratbelastung im Grundwasser (26.05.2014).

 
  Was ist die Düngeverordnung und was sind die Eckpunkte?  
 


Ziel der Düngeverordnung ist ein schonender Einsatz von Düngemitteln und eine Verminderung von Nährstoffverlusten, langfristig die Nährstoffeinträge in die Gewässer und andere Ökosysteme zu verringern. Die Düngeverordnung ist die deutsche Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie.

Die Düngeverordnung regelt die Umsetzung.

Die wesentlichen Bestimmungen sind:

  • Die Düngemittel sind im Rahmen guter fachlicher Praxis zeitlich und mengenmäßig so auszubringen, dass die Nährstoffe von den Pflanzen weitestgehend ausgenutzt werden können und Nährstoffverluste bei der Bewirtschaftung sowie damit verbundene Einträge in die Gewässer weitestgehend vermieden werden.
  • Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.
  • Ein direkter Eintrag von Düngern in die Oberflächengewässer ist zu vermeiden.
  • Stickstoff- und phosphorhaltige Düngemittel dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden für diese aufnahmefähig ist.
  • Im Betriebsdurchschnitt darf Stickstoff aus Wirtschaftsdünger bis zu einer Menge von bis zu 170 kg je ha und Jahr auf Acker- und Grünland ausgebracht werden.

Quelle: Wikipedia: Düngeverordnung

 

 
  Welche Punkte werden in der aktuellen geltenden Düngeverordnung nicht berücksichtigt?  
 


Das Arbeitspapier "
Eckpunkte zum Wasserschutz anlässlich der Novelle der Düngeverordnung" durch BUND, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU, WWF vom 23.10.2014 führt dazu folgendes aus:

"...Im Rahmen der geltenden Düngeverordnung werden viele Nährstoffströme nicht gemessen und erfasst. Tatsächlich jedoch passieren diese Nährstoffe die Agrarbetriebe und gelangen anschließend in die Umwelt. Nährstoff-Input und -Output in Agrarbetrieben müssen bislang nur äußerst lückenhaft dokumentiert werden.

So werden zum Beispiel Nährstoffe aus Biogassubstrat nur ausschnitthaft erfasst. In der Geflügelhaltung etwa wird unterstellt, dass bis zu 40 Prozent des Stickstoffs gasförmig entweicht und daher bei der Düngung nicht berücksichtigt werden muss. Nach dieser geltenden Praxis verschwinden Nährstoffe zwar aus der Dokumentation der Agrarbetriebe, doch in Luft und Gewässern lassen sie sich messen und richten massive Schäden an. Überdüngung ist vielerorts messbar, nicht jedoch, wer sie verursacht..."

 
  Was haben Biogasanlagen damit zu tun?  
 


Einen großen Beitrag zur Nitrat-Problematik tragen die Biogasanlagen in Deutschland bei. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz sprießen die Anlagen seit 2006 wie Pilze aus dem Boden. Aktuell gibt es ca. 8.000 Biogasanlagen in Deutschland.

Die meisten Anlagen erzeugen Methangas aus Mais und Gülle. Die daraus anfallenden Gärreste sind ebenfalls voller Stickstoff. (Nitrat). Die Gärreste landen dann in riesigen Massen ebenfalls auf unseren Äckern und Wiesen. Eine Regelung dazu gibt es nicht, man kann diese ausbringen wie man will. Bei der Ausbringung geht es nach unserer Ansicht nicht mehr ums Düngen sondern nur darum den Abfall möglichst schnell los zu werden.

Damit Ihr mal ein bisschen Gefühl für die Mengen bekommt von denen wir hier reden haben wir euch mal die Zahlen von der Biogasanlage in unserem Dorf herausgesucht. Beantragt wurde eine Anlage mit 220kW elektronischer Leistung. Für diese Anlage werden jedes Jahr laut Antrag ca. 3.800 Tonnen Maissilage, GPS etc. benötigt.

Diese Menge wird jedes Jahr zusätzlich auf den Wiesen und Feldern ausgebracht ohne dass es dazu eine Regelung gibt. Die Güllemengen zur Biogaserzeugung haben wir hier einmal außen vorgelassen, da wir davon ausgegangen sind, dass diese eh durch die Viehzucht anfallen würden. Sie müssten natürlich dazu gerechnet werden, wenn fremde Gülle mit in den Prozess eingebracht würde. In manchen Regionen in Deutschland werden riesige Mengen an Gülle aus den Niederlanden eingeführt und diese landen dann noch zusätzlich auf deutschen Böden.

Wenn man bedenkt, dass die gesamte in Deutschland installierte elektrische Leistung der ca. 8.000 Biogasanlagen ca. 3,8 GW (Quelle: FNR 2014) beträgt, wird klar von welchen gigantischen Düngemengen wir hier sprechen die keiner rechtlichen Regelung unterliegen. Abgesehen von der Regelung wann Sie ausgefahren werden dürfen.

 
  Wie sieht die aktuelle Ausbringungspraxis der Gärreste bei der Biogasanlage in Petersberg / Melzdorf aus?  

 

 

Wir haben für euch mal ein paar Fotos von den ausgebrachten Gärresten auf den Wiesen rund um Petersberg/ Melzdorf im November 2014 gemacht. Die Fotos zeigen natürlich nur einen kleinen Teil der wirklich ausgebrachten Menge.

Im November ist der Nährstoffbedarf der Pflanzen sicher nicht besonders hoch. Das heißt, es wird sicher nicht viel von dem aufgebrachten Dünger gebunden, sondern ein Großteil des Dünger wird wahrscheinlich mit dem Regenwasser ins Grundwasser gelangen. Viele der Wiesen auf denen die Gärreste ausgefahren wurden liegen direkt an fließenden Gewässern, was sicherlich die Problematik fördert. Insbesondere wenn man bedenkt, dass viele der Wiesenstücke fast jedes Jahr durch Hochwasser eine Zeit lang überschwemmt werden.

Aus unserer Sicht sind die Gärreste auch nicht ausgebracht worden, weil sie der Düngung dienen sollen, sondern weil die Gärrestlager voll waren und die Sperrzeit am 15.11.2014 begann. Also aus reiner Notwendigkeit. Für uns eine reine Abfallentsorgung!

Aus aktueller rechtlicher Sicht im Sinne der Düngeverordnung ist dieses Vorgehen aber absolut rechtens!

Deshalb muss hier auch eine Gesetzesänderung her!

Gärsubstratausbringung in Melzdorf

Gärsubstratausbringung Petersberg/ Meldzorf November 2014

Gärsubstrat direkt an der BGA - Petersberg / Melzdorf 11.2014

Gärsubstrat auf Wiesenfläche Petersberg November 2014

Gärsubstratausbringung Wiese BGA Melzdorf 2014

Großflächige Gärsubstratausbringung in Petersberg / Melzdorf

 
  Wie kann ich den Nitratgehalt meines Trinkwassers oder den eines örtlichen Gewässers erfahren?  
 


Als erstes kann man die Belastung beim Wasserversorger erfragen. Alternativ gibt es Fertigtests zum selber testen, die man z.B. für wenige Euro über Internetshops bestellen kann.

Benötigt man Werte die auch vor Gericht stand halten, wendet man sich am besten an ein qualifiziertes Wasserlabor.

Da die Einhaltung der Trinkwasserverordnung von den Gesundheitsämtern überwacht wird, wären diese auch Ansprechpartner für aktuelle Werte.

 
  Was kann ich tun wenn der Nitratgehalt meines Trinkwassers zu hoch ist?  
 


Eine Beseitigung von Nitrat aus dem Trinkwasser ist relativ schwierig, da Nitrat so gut wasserlöslich ist. Es gibt jedoch sogenannte Point-of-use-Systeme die z.B. vor dem Wasserhahn dazwischen verbaut werden. Diese Ionenaustauschanlagen arbeiten mit Harz und Salz zur Nitrat und Nitrit – Entfernung. Die Anschaffungskosten für solche Reinigungsanlagen können schon mal 1.000 Euro betragen.

Effektive Verfahren der Nitrateliminierung in großen Wasserwerken sind derzeit noch nicht verfügbar.

 
  Was kann der Wasserversorger tun, wenn das Grundwasser eine zu hohe Nitratbelastung aufweist?  
 


Wenn die Nitratbelastung im Grundwasser zu hoch ist, hat der Wasserversorger aktuell zwei realistische Möglichkeiten, die er auch nutzt.

  1. Das belastete Wasser wird mit weniger belastetem Wasser vermischt. So hält man das ganze am Laufen. Aber diese Vorgehensweise ist nur begrenzt nutzbar.
  2. Brunnen mit belastetem Grundwasser werden aufgegeben und in andere tiefere Schichten verlagert. Aber auch diese Vorgehensweise ist nur begrenzt nutzbar.
 
  Wie würden sich die Nitratwerte ändern, wenn ab sofort kein Nitrat mehr ins Grundwasser gelangt?  
 


Die Nitratwerte würden aufgrund der Grundwassererneuerungszeit eine lange Zeit konstant bleiben und nicht sinken.

 
  Welche gesundheitlichen Folgen haben zu hohe Nitratwerte im Trinkwasser?  
 
Die Seite www.nitrat.de hat die möglichen gesundheitlichen Folgen wie folgt zusammengefasst:
  • Nitrate, die Schwermetalle als Kationen enthalten, verfügen über krebserregende und weitere schädliche Eigenschaften.
  • Behinderung der Jodaufnahme(mehr als 50% der Bevölkerung in Deutschland leidet unter Jodmangel, Gefahr für die Schilddrüse und Risiko der Kropfbildung)
  • Umwandlung des Nitrats in Nitrit, z. B. im menschlichen Körper Nitritanionen behindern die Sauerstoffaufnahme des Blutes durch Komplexbildung mit Hämoglobin, das zu Methämoglobin wird (insbesondere eine Gefahr für Säuglinge, die nur über unzureichende körpereigene Schutzmaßnahmen verfügen).
  • Ablagerung von Nitritin den kleinsten Gefäßen, den Kapillaren, verursachen
    Durchblutungsstörungen.
  • Gefahr der Bildung von Nitrosaminen aus Nitrit und speziellen Aminen durch Erhitzen
    oder im Körper (krebserregende Substanzen)

Quelle: http://www.nitrat.de/Gesundheit/gesundheit.html

 
  Wie sieht das die Bundesregierung bzw. das zuständige Amt?  
 


Die Bundesregierung hat erkannt, dass hier umgehend eine Novellierung der bestehenden Düngeverordnung notwendig ist. In welchem Umfang diese erfolgen wird ist noch unklar, da unterschiedliche Interessengruppen (Lobbyisten) Einfluss auf diese nehmen wollen. Als Folge dieser Erkenntnis wurde ein Entwurf für eine Novellierung erarbeitet. Nachfolgend haben wir euch die wichtigsten Punkte mal aufgeführt. Wie die endgültige Novellierung dann aussieht ist natürlich noch vollkommen offen. Mit einer Entscheidung darüber rechnen wir erst im Laufe des nächsten Jahres.

 
  Wie sieht der aktuelle Entwurf für eine Novellierung aus?  
 


Nachfolgend wollen wir einen kurzen Überblick geben, welche Punkte der Entwurf zur Novellierung der Düngeverordnung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium enthält. Als Quelle unserer Zusammenfassung dient uns ein Online-Artikel unter http://dlz.agrarheute.com vom 27.10.2014 mit dem Titel: Daumenschrauben beim Düngen.

  • Verlängerte Sperrfristen für die Ausbringung von Dünger.
  • Mehr Lagerkapazitäten für Gülle. Aktuell 6 Monate zukünftig 9 Monate.
  • Leckageerkennung bei Güllelager ab einer bestimmten Größe.
  • Obergrenze von 170kg/ha für Stickstoffdünger soll bestehen bleiben, aber Gärreste und andere organische Dünger sollen mit einbezogen werden
  • Es soll neue Mindestabstände für Düngung an Gewässern geben.
  • Neue Düngetechniken ab 2020.
  • Degoration - Gülle exportieren.
  • Hoftorbilanz.....
 
  Welche Gruppierungen wehren sich gegen die Eckpunkte der geplanten Novellierung.  
 


Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten. Alle Gruppierungen die durch die Düngeverordnung wirtschaftlich schlechter gestellt sind. Hier zählen wir alle Massentierhaltungsbetriebe, die Biogaslobby und der Bauernverband.

 
  Was fordern die Umweltverbände?  
 


Die Umweltverbände
BUND, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU und WWF haben ein Arbeitspapier erstellt, indem sie aus ihrer Sicht Eckpunkte für die notwendige Novellierung des Düngerechtes erarbeitet haben. Folgende

  1. Einführung einer vollständigen Hoftorbilanz
  2. Sanktionierung bei Überdüngung einführen
  3. Obergrenze für Nährstoffe muss Gewässerbelastung senken
  4. Einrichtung einer Dünge-Transportdatenbank in Verbindung mit einer Dünger- Verbringungsverordnung
  5. Sperrfrist für die Ausbringung von Dünger
  6. Lagerraum für Gülle ausweiten
  7. Obligatorische Nährstoffproben im Herbst und Düngung begrenzen auf maximal 10 Prozent unter Entzug bei Höchstertrag
  8. Pufferstreifen zu Gewässern ohne Düngung festlegen
  9. Unverzügliche Einarbeitung von Gülle zur Senkung der Ammoniakemissionen
  10. Günstige Rahmenbedingungen für Festmistwirtschaft schaffen

Das komplette Arbeitspapier findet man hier!

 
  Unser Fazit!  
 


Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Novellierung der Düngeverordnung ist längst überfällig. Sie sollte unverzüglich und konsequent erfolgen, so dass auch in Zukunft die Grenzwerte eingehalten werden, damit auch zukünftige Generationen sauberes Trinkwasser genießen können. Denn eins ist sicher, machen wir so weiter, müssen unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen dafür die Zeche zahlen.

Für uns sind dabei folgende Punkte besonders wichtig:

  1. Einführung einer Hoftorbilanz für "alle". Ausnahme kleine landwirtschaftliche Betriebe mit einer festzusetzenden Höchstgröße, bzw. Höchstbestandsgröße. Diese Ausnahme muss wegfallen, sobald die kleinen landwirtschaftlichen Unternehmen fremden Dünger auf ihren Feldern verwenden, oder selbst zusätzlichen Dünger z.B. durch eine Biogasanlage erzeugen.
  2. Bei der aktuellen Obergrenze von 170kg/ha für Stickstoffdünger müssen alle organischen Dünger (also auch Gärreste) mit einbezogen werden.
  3. Unangekündigte Kontrollen / Messungen und höhere Strafen bei Verstößen.
  4. Verlängerung der Sperrfristen und Ausweitung von Schutzzonen an Gewässern.
  5. Lagerkapazität sollte auf 9 Monate erweitert werden. Ausnahme wären wieder kleine landwirtschaftliche Betriebe mit einer festzusetzenden Höchstgröße, bzw. Höchstbestandsgröße.
  6. Eine unverzügliche Einarbeitung der Gülle sollte erfolgen.