Gefahrenstoff: Schwefelwasserstoff

 




 Gefahrenstoff Schwefelwasserstoff?

 
      Wir klären auf !
 

Schwefelwasserstoff ist ein brennbares übel riechendes hoch giftiges Gas.

Der Schwefelwasserstoff (H2S) entsteht bei Biogasanlagen innerhalb des Vergärungsprozesses im Fermenter. Verhindern kann man die Entstehung nicht, da die Bedingungen für die Entstehung von Methangas gleichzeitig auch die Bedingungen sind, damit aus Schwefel Schwefelwasserstoff entsteht.

Je nach Substrat ist die Konzentration von Schwefel unterschiedlich hoch und damit auch die daraus resultierende Schwefelwasserstoffkonzentration im Biogas. Sie liegt etwa zwischen 50 mg/m³ und 30 000 mg/m³. Silomais hat z.B. einen Schwefelgehalt von 800 mg S/kg. Gras hat einen geringen Schwefelgehalt von 100 mg S/kg. Der Schwefelgehalt von Hühnerkot oder auch von Schlachtabfällen ist um ein vielfaches höher. Da die Zusammensetzung des Hühnerkots oder auch der Schlachtfälle (im Eiweiß der Fleisches ist viel Schwefel enthalten) unterschiedlich ist, können wir hier keine fixen Werte nennen. (Quelle: www.h-2-s.de).

Nachfolgend einige Substrate mit einer Einteilung nach dem Schwefelgehalt

Substrate mit niedrigem Schwefelgehalt: Klee, Gras, Weizen, Bier, Molke, Kartoffeln, etc

Substrate mit mittlerem Schwefelgehalt: Silomais, Zwiebeln, Stallmist, Gülle, Reis, etc.

Substrate mit hohem Schwefelgehalt: Schlachtabfälle, Darmabfälle z.B. Hühnerkot, Proteinabfälle, Fisch, Hefe etc. (Quelle: www.h-2-s.de).

Die EU Seveso II Richtlinie und die für deren Umsetzung zuständige “Störfallkommission beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit” hat konkrete Abstandsempfehlungen von Biogasanlagen zu Wohngebieten und wichtigen Verkehrswegen aufgrund der in diesen Anlagen entstehenden gefährlichen Schwefelwasserstoffverbindungen herausgegeben.

"Zum Schutz von Anwohnern empfiehlt die Störfall-Kommission für Anlagen, in denen sich mehr als 2 KG des hochgiftigen Gases Schwefelwasserstoff (H2S) befinden, einen Abstand von mindestens 800 Metern zu allen Gebieten, in denen Menschen wohnen, zu halten.

Mögliche Mengen an Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen. Laut einer Studie der Bürgerinitiative Lohne (Quelle:www.lohne-wehrt-sich.de) enthält eine 1,5 MW Biogas-Anlage im Normalbetrieb zwischen 4 und 19 Kg Schwefelwasserstoff. Also gerundet eine bis zu 10 mal höhere Menge als die von der Störfallkommission angegebene Obergrenze von 2kg.

Die genehmigte Anlage in Melzdorf hat aktuell eine Größe von ca. 400 KW. Letztes Jahr waren es noch geplante 220KW.

Überschlägt man die Werte einfach mal, so scheint es, dass auch bei einer 400KW-Anlage 2KG Schwefelwasserstoff kein unrealistischer Wert ist.

Auch die Aussage, das lediglich Mais, GPS - Ganzpflanzensilage (Getreide) und Rindergülle in der Anlage vergoren werden ist zu hinterfragen. Eine Prüfung oder Kontrolle findet laut Aussage des Regierungspräsidium Kassel nicht statt. Es kann jederzeit eine Änderung der Inputstoffe erfolgen, die Bürger hätten bei derarten betrieblichen Änderungen kein Recht auf Einflussnahme. Gründe für eine Änderung der Inputtstoffe sind z.B. Änderungen der Rohstoffpreise. Kappung von Förderungen. Ansiedlung von Massentierhaltungen (man hat hier ja mal von einer geplanten Putenmastanlage zwischen Traisbach und Allmus gesprochen). Nicht berücksichtigt sind die Schlachtabfälle aus der Hofschlachtung etc..

Nachfolgend haben wir euch mal die 800m eingezeichnet. Damit Ihr mal ein Gefühl für die Entfernungen bekommt.

Sicherheitsabstand zu Biogasanlagen nach der Störfallverordnung 800m